Männer und Haarausfall: Warum die Haare dünner werden und was dagegen hilft

Männer und Haarausfall: Warum die Haare dünner werden und was dagegen hilft

Haarausfall betrifft viele Männer – manchmal schon in jungen Jahren. Ein zurückweichender Haaransatz, Geheimratsecken oder dünner werdendes Haar am Oberkopf können schleichend beginnen und sich über Jahre entwickeln. Doch Haarausfall ist nicht gleich Haarausfall. Hinter den Veränderungen können unterschiedliche Ursachen stecken, und entsprechend verschieden sind auch die Möglichkeiten der Behandlung.

Wann spricht man von Haarausfall?

Dass täglich Haare ausfallen, ist zunächst völlig normal. Jedes Haar durchläuft einen natürlichen Wachstumszyklus und fällt irgendwann aus, damit ein neues Haar nachwachsen kann. Auffällig wird es, wenn über längere Zeit deutlich mehr Haare verloren gehen oder bestimmte Bereiche der Kopfhaut zunehmend sichtbar werden.

Dabei ist nicht nur die Anzahl ausgefallener Haare entscheidend. Auch Veränderungen des Haaransatzes, eine abnehmende Haardichte oder einzelne kahle Stellen können Hinweise auf eine Form von Haarausfall sein.

Die häufigste Ursache: erblich bedingter Haarausfall

Die androgenetische Alopezie ist die häufigste Form des Haarausfalls bei Männern. Eine genetisch bedingte Empfindlichkeit der Haarfollikel gegenüber Dihydrotestosteron (DHT), einem Stoffwechselprodukt des Testosterons, spielt dabei eine wesentliche Rolle.

Betroffene Haarfollikel werden mit der Zeit kleiner. Die Wachstumsphase der Haare verkürzt sich, die nachwachsenden Haare werden feiner und kürzer, bis schließlich kaum noch sichtbares Haar entsteht.

Typischerweise beginnt diese Form mit Geheimratsecken oder einem zurückweichenden Haaransatz. Später kann sich zusätzlich eine lichte Stelle am Hinterkopf beziehungsweise im Bereich des Wirbels entwickeln.

Welche weiteren Ursachen kommen infrage?

Nicht jeder Haarverlust ist genetisch bedingt. Diffuser Haarausfall kann beispielsweise nach Erkrankungen, starkem körperlichem oder psychischem Stress, ausgeprägtem Gewichtsverlust oder bei bestimmten Nährstoffmängeln auftreten. Auch Erkrankungen der Schilddrüse sowie einige Medikamente können eine Rolle spielen.

Eine weitere Form ist der kreisrunde Haarausfall, die sogenannte Alopecia areata. Dabei entstehen meist relativ plötzlich klar begrenzte kahle Stellen. Es handelt sich um eine Autoimmunerkrankung, bei der das Immunsystem die Haarfollikel angreift.

Auch Erkrankungen oder Entzündungen der Kopfhaut können das Haarwachstum beeinträchtigen. Deshalb sollte insbesondere plötzlich auftretender, ungewöhnlich starker oder fleckenförmiger Haarverlust ärztlich abgeklärt werden.

Was kann man gegen erblich bedingten Haarausfall tun?

Bei androgenetischer Alopezie stehen verschiedene Behandlungsmöglichkeiten zur Verfügung. Zu den etablierten Wirkstoffen gehört Minoxidil, das äußerlich auf die Kopfhaut aufgetragen wird und das Haarwachstum fördern beziehungsweise den weiteren Haarverlust verlangsamen kann.

Eine weitere Möglichkeit für Männer ist Finasterid. Der verschreibungspflichtige Wirkstoff reduziert die Umwandlung von Testosteron zu DHT und setzt damit an einem wichtigen Mechanismus des erblich bedingten Haarausfalls an. Da Nebenwirkungen auftreten können, sollten Nutzen und Risiken mit einem Arzt besprochen werden.

Bei bereits fortgeschrittenem Haarverlust kann außerdem eine Haartransplantation infrage kommen. Dabei werden eigene Haarfollikel aus Bereichen mit dauerhaftem Haarwachstum entnommen und in lichte oder kahle Bereiche transplantiert.

Welche Behandlung geeignet ist, hängt unter anderem von Ursache, Alter, Ausmaß des Haarverlusts und individuellen gesundheitlichen Faktoren ab.

Können Ernährung und Nahrungsergänzungsmittel helfen?

Eine ausgewogene Ernährung trägt grundsätzlich zur normalen Versorgung der Haarfollikel bei. Ein tatsächlicher Mangel an bestimmten Nährstoffen kann sich auch auf das Haarwachstum auswirken.

Nahrungsergänzungsmittel sind deshalb jedoch nicht automatisch eine Lösung bei Haarausfall. Bei der häufigen androgenetischen Alopezie liegt die Ursache beispielsweise nicht primär in einer unzureichenden Versorgung mit Vitaminen oder Mineralstoffen.

Besteht der Verdacht auf einen Mangel – etwa aufgrund einer sehr einseitigen Ernährung oder weiterer Beschwerden –, kann eine gezielte medizinische Untersuchung sinnvoller sein als die Einnahme verschiedener Präparate auf Verdacht.

Je früher die Ursache bekannt ist, desto gezielter die Behandlung

Haarausfall bei Männern kann viele Ursachen haben. Besonders häufig steckt eine genetische Veranlagung dahinter, doch auch vorübergehende Belastungen, Erkrankungen oder andere Faktoren kommen infrage.

Wer über mehrere Monate eine deutliche Veränderung der Haardichte bemerkt, plötzlich viele Haare verliert oder kahle Stellen entwickelt, sollte die Ursache dermatologisch abklären lassen. Eine frühzeitige Diagnose ist besonders wichtig, weil manche Therapien vorhandene Haarfollikel erhalten können, bereits dauerhaft verlorene Follikel jedoch nicht ohne Weiteres wiederherstellen.

Hinweis: Dieser Beitrag dient der allgemeinen Information und ersetzt keine ärztliche Diagnose oder individuelle medizinische Beratung.

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Lynn
AutorinLynnApothekerin und Gründerin von naturklar
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