Brustkrebs bei Männern: Selten, aber oft später erkannt
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Brustkrebs wird meist mit Frauen in Verbindung gebracht. Doch auch Männer können daran erkranken. Zwar ist Brustkrebs bei Männern deutlich seltener, häufig wird die Erkrankung jedoch erst in einem späteren Stadium entdeckt. Das kann die Behandlung erschweren und die Prognose verschlechtern.
Umso wichtiger ist es, mögliche Warnzeichen zu kennen und Veränderungen an der Brust ernst zu nehmen.
Auch Männer haben Brustgewebe
Männer besitzen ebenfalls Brustdrüsengewebe, auch wenn dieses normalerweise deutlich weniger ausgeprägt ist als bei Frauen. Deshalb können sich auch dort bösartige Tumoren entwickeln.
Das Risiko steigt insbesondere mit zunehmendem Alter. Darüber hinaus können unter anderem genetische Veränderungen – beispielsweise bestimmte Veränderungen der BRCA1- oder BRCA2-Gene – sowie eine familiäre Vorbelastung das Erkrankungsrisiko erhöhen.
Warum wird Brustkrebs bei Männern häufig später entdeckt?
Ein entscheidendes Problem ist das fehlende Bewusstsein. Viele Männer wissen nicht, dass sie überhaupt an Brustkrebs erkranken können. Ein Knoten oder eine andere Veränderung an der Brust wird deshalb möglicherweise zunächst ignoriert oder für harmlos gehalten.
Hinzu kommt, dass es für Männer in der Allgemeinbevölkerung üblicherweise kein routinemäßiges Brustkrebs-Screening wie für Frauen bestimmter Altersgruppen gibt.
Die Folge: Zwischen den ersten Veränderungen und einer ärztlichen Untersuchung kann wertvolle Zeit vergehen.
Welche Warnzeichen sollten Männer kennen?
Eine Veränderung an der männlichen Brust bedeutet nicht automatisch Krebs. Dennoch sollten insbesondere folgende Auffälligkeiten ärztlich abgeklärt werden:
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ein neu aufgetretener, meist schmerzloser Knoten oder eine Verhärtung
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Veränderungen oder Einziehungen der Brustwarze
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Flüssigkeits- oder Blutabsonderungen aus der Brustwarze
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Hautveränderungen, Rötungen oder nicht heilende Stellen
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Veränderungen der Form oder Größe einer Brust
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Schwellungen oder Knoten im Bereich der Achselhöhle
Entscheidend ist: Nicht abwarten, sondern Veränderungen untersuchen lassen.
Frühe Diagnose verbessert die Behandlungsmöglichkeiten
Je früher Brustkrebs erkannt wird, desto besser sind in der Regel die Behandlungsmöglichkeiten. Besteht ein Verdacht, können je nach Situation eine körperliche Untersuchung, bildgebende Verfahren und eine Gewebeprobe notwendig sein.
Bestätigt sich die Diagnose, richtet sich die Behandlung nach Art und Stadium des Tumors sowie weiteren individuellen Faktoren. Zum Einsatz können beispielsweise Operation, Strahlentherapie, antihormonelle Therapie, Chemotherapie oder zielgerichtete Medikamente kommen.
Familiäre Vorbelastung ernst nehmen
Brustkrebs bei Männern kann in manchen Fällen mit einer erblichen Veranlagung zusammenhängen. Männer sollten deshalb die Krebserkrankungen innerhalb ihrer Familie kennen und beim Arzt ansprechen.
Besonders bei mehreren Fällen von Brust-, Eierstock-, Prostata- oder Bauchspeicheldrüsenkrebs in der Familie kann eine genetische Beratung sinnvoll sein. Auch bei einem Mann, der selbst an Brustkrebs erkrankt ist, kann die Frage nach einer genetischen Untersuchung relevant werden.
Männergesundheit braucht mehr Aufmerksamkeit
Brustkrebs beim Mann zeigt, warum Vorsorge und Körperbewusstsein nicht ausschließlich „Frauenthemen“ sind. Wer seinen Körper kennt, bemerkt neue Veränderungen schneller und kann entsprechend reagieren.
Dabei geht es nicht darum, hinter jeder Veränderung eine schwere Erkrankung zu vermuten. Es geht darum, ungewöhnliche oder anhaltende Veränderungen nicht aus Scham oder Unsicherheit zu ignorieren.
Fazit: Selten bedeutet nicht unmöglich
Brustkrebs bei Männern ist selten – aber er kommt vor. Weil die Erkrankung häufig weniger bekannt ist und dadurch später erkannt werden kann, ist Aufklärung besonders wichtig.
Ein neu auftretender Knoten, Veränderungen der Brustwarze oder andere ungewöhnliche Veränderungen an der Brust sollten zeitnah ärztlich abgeklärt werden. Früherkennung kann entscheidend dazu beitragen, die Behandlungsmöglichkeiten und die Prognose zu verbessern.
Hinweis: Dieser Beitrag dient der allgemeinen Information und ersetzt keine individuelle medizinische Beratung, Diagnose oder Behandlung.










